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Fokus Sammlung Im Obersteg

Jawlensky und Soutine: Zeugen eines zerrissenen Jahrhunderts
Kunstmuseum Basel, Hauptbau Zwischengeschoss
21. Juli - 24. September 2020
Kuratorin: Henriette Mentha

Gesellschaftliche Verwerfungen führten zu Brüchen in den Biografien Alexej von Jawlenskys und Chaïm Soutines. Beide verliessen ihre russische und weissrussische Heimat und kamen in den Westen: Jawlensky 1896 nach München, Soutine 1913 nach Paris. Der Erste Weltkrieg zwang Jawlensky zur Emigration in die Schweiz, wo er fünf Jahre vergleichsweise zurückgezogen lebte und arbeitete und seine Methode des Arbeitens in Serien entwickelte. Soutine konnte den Krieg in Paris überstehen, da er als russischer Staatsbürger in Frankreich nicht zum Militärdienst gezwungen war. Mittellos studierte er im Louvre die Kunst der Alten Meister und entwickelte in der direkten Konfrontation mit seinen Modellen einen höchst persönlichen und leidenschaftlichen Malstil, der weniger auf Repräsentation als auf Ausdruck und innere Bewegtheit hinzielte. Die üblichen Kriterien der Schönheit wurden dabei oft bewusst ausser Acht gelassen. Die Bildformate sind zudem gezielt zur Akzentuierung der Lebenssituation oder Herkunft der Dargestellten gewählt. So zeigt er uns beispielsweise die hagere Köchin bescheiden und in Erwartung der Aufträge in ein enges Hochformat gefügt.
Beide Künstler haben im Westen ihren höchst persönlichen Stil entwickelt: Soutine über das intensive Studium der Alten Meister und über die unmittelbare Konfrontation mit seinen Modellen, Jawlensky dagegen über den Weg nach Innen und eine konsequente Auseinandersetzung mit Thema des Gesichts. Entstanden sind zwei sehr unterschiedliche Oeuvre, deren verbindendes Merkmal die Frontalität ist.



Alexej von Jawlensky, Abstrakter Kopf: Inneres Schauen Grün-Gold, 1926Chaïm Soutine, La cuisinière en tablier bleu, um 1930


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