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Emil Nolde - Herr und Dame (Dame mit Pelz)

Herr und Dame (Dame mit Pelz), 1918
Öl auf Leinwand
78 x 65 cm
Stiftung Im Obersteg, Depositum im Kunstmuseum Basel
Inv. Im 1381
Ausgestellt: Kunstmuseum Basel

 

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Im Winter 1910/11 besuchte Nolde in Berlin, wo er seit vielen Jahren die Wintermonate verbrachte, häufig die Nachtlokale. Nach Skizzen, die er in diesen Lokale machte, schuf er in seinem Atelier in Berlin eine Reihe von Gemälden, welche die modische Extravaganz des Grossstadtmenschen kritisch beleuchteten. Nolde, der eigentlich das einfache Landleben liebte, empfand einen tiefen Widerwillen gegen alles Artifizielle und Überkultivierte. Übertragen auf die Malerei sagte er sich vom Spätimpressionismus los, den er als reine Augenkunst ablehnte. Er fühlte sich zur Kunst der Naturvölker hingezogen, die sein, ganz auf Ausdruck gerichtetes Schaffen, nachhaltig prägte. Regelmässig besuchte er in Berlin das Völkerkundemuseum, wo er diese Kunstformen studierte. Herr und Dame zeigt die fratzenartigen Porträts zweier mondäner Stadtmenschen umgesetzt in eine expressiv-lapidare Formensprache und irrationale Farbigkeit.


Aufsatz Michael Baumgartner, PDF, 153 KB

Provenienz

1919 Ludwig Kaufmann, Frankfurt a.M.
1920 Erworben, vermutlich in Berlin, von Karl Im Obersteg


Literatur

Kunst und Volk 1958
Emil Nolde im Kunsthaus Zürich. 11. Okt.-9. Nov. 1958, in: Kunst und Volk. Blätter zur Förderung des Verständnisses für das Schaffen in der bildenden Kunst (Art - and You. The Swiss Art Magazine that aims at making the treasures of Art known to a wider public), hrsg. von Albert Rüegg, Vol. 20, 1958, Heft 5, Zürich 1958, S. 106, Abb. (In der Loge)

Urban 1990
Martin Urban: Emil Nolde. Werkverzeichnis der Gemälde, 2 Bde., München: Verlag C.H. Beck, 1990, Bd. 2, S. 164, Nr. 793, Abb.

Baumgartner/von Tavel 1995
Michael Baumgartner und Hans Christoph von Tavel: Die Sammlung Karl und Jürg Im Obersteg, hrsg. von der Stiftung «Sammlung Karl und Jürg Im Obersteg», Bern, Bern: Benteli Verlag, 1995, S. 171-173, Nr. 107, Abb.

Stutzer 1998
Beat Stutzer: Emil Nolde und die Schweiz. Eine Rezeptionsgeschichte aufgrund der Ausstellungen, Rezensionen und Erwerbungen durch Museen, Publikation anlässlich der Ausstellung «Emil Nolde - Aquarelle und Zeichnungen», Bündner Kunstmuseum, Chur, 20.Juni-13.Sept. 1998, Chur 1998, S. 14, Abb. S. 1


Ausstellungen

Basel 1933
Moderne deutsche Malerei aus Privatbesitz, Kunsthalle Basel, 7.-29. Okt. 1933, Basel, 1933, S. 6, Nr. 136

München 1957
Emil Nolde. Gedächtnisausstellung, München: Haus der Kunst, 24. Sept.-1. Dez. 1957, München 1957, Nr. 52 (In der Loge; datiert: 1911)

Zürich 1958
Emil Nolde 1867-1956, Kunsthaus Zürich, 1958, Nr. 39, Abb. (In der Loge)

Lausanne 1964
Chefs-d'oeuvre des collections suisses de Manet à Picasso, Palais de Beaulieu, Lausanne 1964, Nr. 204, Abb. (Dans la loge)

Bern 1975
Sammlung Im Obersteg, bearb. von Hugo Wagner, hrsg. von Kunstmuseum Bern, 25. Juni-14. Sept. 1975, Nr. 64, Abb.

Lugano 1994
Emil Nolde, Museo d'Arte Moderna, Lugano 1994, hrsg. von Rudy Chiappini, 1994, Nr. 50, Abb.

Wien 2003
Im Banne der Moderne: Picasso, Chagall, Jawlensky, BA-CA Kunstforum, Wien, 4. Sept.-30. Nov. 2003, Nr. 52

Basel 2004
Die Sammlung Im Obersteg im Kunstmuseum Basel. Picasso, Chagall, Jawlensky, Soutine, Kunstmuseum Basel, 14. Febr.-2. Mai 2004, hrsg. von der Stiftung Im Obersteg, Basel: Schwabe Verlag, 2004, Nr. 134

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